Wie könnte die Welt nach Corona sein? Eine optimistische Perspektive.2 min read

Unglaublich, was aktuell auf dem ganzen Globus abgeht. Das hätte wohl kaum jemand für möglich gehalten – ich zumindest nicht. Innerhalb weniger Wochen scheint nichts mehr so, wie es einmal war. Wie könnte die Welt nach der Corona-Krise aussehen? Was könnte sich ändern? Hier meine optimistische Vision.

1 Welt-Bewusstsein

Die Corona-Krise hat das Potenzial, Nährboden für ein neues globales Bewusstsein zu sein. Nämlich das Bewusstsein, dass es nur eine Welt gibt. Die Erkenntnis, dass wir die großen Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam bewältigen können. Das Bewusstsein, dass wir alle brauchen, wenn es um alles geht. Übrigens hat der ehemalige Englische Premier Gordon Brown dieses Potenzial vor einigen Jahren schon als „global ethics“ beschrieben.

2 Problem-Bewusstsein

Menschen brauchen echte Probleme und Herausforderungen, um wachsen zu können. Mehr noch: Ohne Unglück kein Glück – ohne Leid keine Freude. Die echten und vor allem akuten Probleme haben uns vor der Corona-Krise vielfach gefehlt – zumindest haben wir sie verdrängt. Dies hat dazu geführt, dass wir einen erheblichen Teil unserer Zeit und Energie mit Schein-Problemen gekämpft haben. In frustrierenden Jobs, unzähligen sinnlosen Meetings oder in destruktiven Konflikten. Dank Corona wissen wir nun wieder, was wirklich wichtig ist und was nicht. Nebensächlichkeiten treten in den Hintergrund.

3 Führungs-Bewusstsein

Menschen mit Führungsverantwortung sind in Krisenzeiten besonders gefordert – in allen Teilsystemen der Gesellschaft. Romantische, basisdemokratische New-Work-Ideen, dass Sozialsysteme ohne die Funktion der Steuerung und Führung auskommen, sollten ein für allemal passé sein. Der Unterschied zwischen besonnener, faktenbasierter, reflektierter und entschlossener Führung und dem Gegenteil davon wurde uns in der Corona-Krise besonders plakativ vor Augen geführt – im Kleinen und im Großen. Entsprechend wird unser Respekt jenen gegenüber signifikant steigen, die in Politik, Wirtschaft und in Institutionen Verantwortung übernehmen.

4 Technologie-Bewusstsein

Der „Digitalisierungs-Boost„, den die aktuelle Krise ausgelöst hat, wird seine Spuren hinterlassen – in Unternehmen, Schulen, Universitäten und öffentlichen Körperschaften. Wir nehmen die Chancen und Gefahren von Technologie nun ganz anders wahr, weil wir uns in Corona-Zeiten intensiv damit beschäftigt haben bzw. uns damit beschäftigen mussten. Diese Erfahrung eröffnet neue Perspektiven und wird den Einsatz moderner Technologien in vielen Lebensbereichen weiter beschleunigen.

5 Selbst-Bewusstsein

Und vielleicht am wichtigsten: Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass wir wieder auf uns selbst zurück geworfen wurden. Wir mussten – ob wir wollten oder nicht – wieder selbst die Verantwortung für ein gelingendes Leben übernehmen. Denn so groß können die Hilfspakete der Regierungen gar nicht sein, als dass diese außergewöhnliche Situation spurlos an uns vorüber geht – psychologisch, wirtschaftlich und sozial. Jetzt ist klar: ICH bin der/die Gestalter/in meines Lebens. Es kommt auf MICH an. ICH kann und muss einen Unterschied machen und Verantwortung übernehmen. ICH bin ein freier Mensch.

In diesem Sinne: Danke, Corona.

Stefan Hagen, 27.3.2020

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